evido. Bildung entscheidet

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00:00:14: Bildung entscheidet.

00:00:14: Herzlich willkommen zur dritten Folge unseres Podcasts, in dem wir uns neue Erkenntnisse aus der Bildungswissenschaft vornehmen und gucken was das für Entscheiderinnen und Entscheider und die Praxis bedeutet!

00:00:23: Ich bin Lena Stärz, Journalistin und wie immer mit dabei ist auch Alex Putzier, der selbst auch als Lehre arbeitet.

00:00:30: Heute sprechen wir über ein Thema, das die psychische Gesundheit vieler Schülerinnen und Schülern maßgeblich beeinflusst – über Mobbing.

00:00:36: Ungefähr jede siebte Schülerin oder jeder Siebte-Schüler zwischen elfundfünfzehn wird in der Schule gemobbt oder mobbt selbst.

00:00:43: Das zeigen aktuelle Zahlen aus der HBSC-Studie von Zwei-tausend vierundzwanzig an der Saskia Fischer beteiligt war.

00:00:50: Sie ist Professorin für Psychologie in der sozialen Arbeit mit Schwerpunkt Entwicklungspsychologie für Lehrkräfte.

00:01:01: Hallo Frau Fischer!

00:01:01: Guten Tag, hallo!

00:01:02: Bevor wir gleich mit Ihnen sprechen, sagt nun mal kurz Alex wie du Mobbing im Schulalltag erlebst und was dich da beschäftigt?

00:01:08: Ich finde ganz oft gerade die schlimmen Fälle von Mobbingen, die ich bis jetzt so erlebt habe, sind ja gar nicht lau oder eher leise.

00:01:15: Das ist eine Beobachtung vor mir und ich merke als Lehrkraft immer wieder... dass eigentlich schon reicht, wenn nur ein Schüler in der Klasse gemobbt wird.

00:01:23: Dass die Stimmung also das Klassenklima sich wirklich verändert so und da kann ich als Lehrkraft immer sehr hellhörig werden ja und Ich glaube es dann das vorherrschende Gefühl in der ganzen Klassengemeinschaft oft die Unsicherheit ist.

00:01:36: Also so empfinde ich jetzt als Lehr Kraft Die Mitschüler haben dann Angst irgendwie der oder die nächste zu sein Irgendwie Angriffsfläche zu bieten Und dann haben sie eigentlich nur zwei Möglichkeiten nämlich entweder unsichtbar zu bleiben selbst, damit sie diese Angriffsfläche eben nicht anbieten oder eben nach außen sympathisantes Mobbers zu sein.

00:01:55: Obwohl Sie eigentlich nach innen eine ganz andere Einstellung haben.

00:01:58: und meine Frage jetzt das kann ja Lehrkräfte auch selbst schnell verunsichern wie gehe ich jetzt damit um?

00:02:06: Ich glaube dass es da unter Lehrkräften schon das Bedürfnis nach mehr Professionalisierung gibt.

00:02:11: viele Lehrkräfte fühlen sich hier nicht unbedingt kompetent, dann mit so einer Situation gut umgehen zu können.

00:02:16: Sie sind dann schneller irgendwie Vermittler zwischen den Betroffenen und der ja zum Beispiel Schulsozialarbeit.

00:02:23: müsste es hier ihrer Meinung nicht nach irgendwie eine Fortbildungspflicht geben für Lehrkräften damit sie eben ja mit solchen Situationen kompetend umgehen können aber auch sich selbst selbst wirksamer fühlen in solchen Situation?

00:02:37: Das, was Sie beschreiben aus quasi Ihre Praxisbeobachtung ist das, was wir seit vielen Jahren versuchen irgendwie auch wissenschaftlich abzubilden mit Dynamiken und so.

00:02:45: Aber am Ende ist es genau das.

00:02:46: Sie haben es genau richtig beschrieben.

00:02:48: Es macht immer etwas mit dem gesamten Klima und es macht eben auch immer was mit dem sozialen Gefüge.

00:02:53: Das ist eben das, dass wir auch immer wieder predigen und was wir immer wieder nach außen tragen zu.

00:02:58: Und das ist mittlerweile auch sehr gut angekommen in der Praxis dass eben Mobbing kein Problem zwischen den beiden ist, die gerade irgendwie das Mobbing miteinander ausüben.

00:03:08: Wenn's denn nur sind immer mindestens zwei.

00:03:10: Sondern es ist immer ein Problem im komplexen sozialen Gefüge und es betrifft eben die ganze Klasse.

00:03:15: genauso ist es.

00:03:16: Was Sie beschreiben auch typisch das sehen wir auch in Studien.

00:03:19: Es gibt unter sehr vielen Lehrkräften den Wunsch nach Fortbildung.

00:03:23: Viele fühlen sich tatsächlich unsicher.

00:03:25: viele sagen Wir wissen gar nicht so richtig wie behandeln sollen.

00:03:28: durch diese Unsicherheit entsteht Eine Hemmung im Handeln würde ich es fast nennen.

00:03:34: und es entsteht tatsächlich... nicht flächendeckend, aber mindestens bei einzelnen der Kräften dieses Gefühl von ich weiß nicht was ich machen soll und bevor ich etwas Falsches mache mache ich lieber gar nichts.

00:03:45: Und was wir aber wissen ist dass das gar nichts machen!

00:03:48: Das falscheste ist was man letztendlich machen kann.

00:03:50: Alex fragte auch eben noch wie sie zu einer Fortbildungspflicht stehen?

00:03:55: Sie evaluieren ja aktuell in einem Forschungsprojekt die Wirksamkeit einer Fortbildung zum Thema Intervention beim Mobbing.

00:04:01: Wie ist denn die Fortbildungslage aktuell überhaupt?

00:04:04: Was wir im Moment sehen, sind verschiedene Dinge.

00:04:09: Das erste was mir einfällt ist das Angebot, was schlicht und ergreifend fehlt.

00:04:13: also Wir haben auf der einen Seite viele Lehrkräfte die sagen wir möchten uns gerne damit beschäftigen.

00:04:18: Bevor wir über so etwas sprechen wie eben brauchen wir eine fortbildungspflicht oder sowas müssen wir ja darüber sprechen.

00:04:22: welche angebote haben wir dann eigentlich Und angeboten die gezielt lehrkräfte einbeziehen und gezielt sagen wir bilden euch jetzt fort damit ihr Fitterseid, selbstsicherer Seid.

00:04:34: wie auch immer in Bezug auf Mobbinginterventionen.

00:04:37: Da müssen wir auch nochmal unterscheiden zwischen Prävention und Intervention.

00:04:40: Wie kann ich es verhindern?

00:04:41: Und wie kann nicht im akuten Mobbingfall eingreifen?

00:04:44: Gerade im Bereich der Intervention haben wir wenig Angebote.

00:04:49: Wenn wir dann nochmal gucken, wenn wir das gerade flächendeckend ausrollen können wir das ja verantwortungsvoll nur dann mit den Angeboten machen von denen wir auch sicher wissen dass sie funktionieren.

00:04:58: Die also evaluiert sind die einen Wirknachweis haben und da sieht sehr sehr dünn aus im Moment.

00:05:03: Das ist also das erste wir müssen erstmal in die Angebote gucken.

00:05:06: Und das Zweite, wir können natürlich ja wenn wir jetzt einen Schritt weiter denken und uns vorstellen.

00:05:11: Wir haben ganz tolle Angebote, wir haben woher auch immer die Kapazität die flächendeckend auszurollen.

00:05:17: aber wir träumen mal ein bisschen dann werden wir immer noch diese Situation haben dass ganz viele Lehrkräfte und ganz viele Schulen als Institution sagen finden wir ein tolles Angebot würden wir gern machen haben wir aber keine Zeit dafür.

00:05:30: Das heißt was wir eben brauchen ist Und das wird niemanden überraschen, der es hört und in der Schule tätig ist.

00:05:37: Wir haben natürlich ein Ressourcenproblem.

00:05:39: Was wir brauchen, ist irgendwie die Möglichkeit einzuräumen.

00:05:42: Das ist eine sehr subjektive Erfahrung, die ich jetzt nicht mit Zahlen unterlegen kann.

00:05:48: Aber es ist durchaus das was wir aus vielen Studien kennen, was wir auch immer wieder hören wenn wir uns mit Kolleginnen und Kollegen oder im deutschsprachigen Raum unterhalten – und auch international übrigens – ist die Erfahrung, diese Studie ja durchführen, wo wir quasi an die Schulen gehen und sagen Wir haben ein tolles Angebot für euch.

00:06:07: Ihr könnt kostenlos an diesem Antimobbing-Programm teilnehmen für Schülerinnen und Schüler Und ihr kriegt je nachdem in welcher Studiengruppe ihr zugelost werdet habt ihr aber zumindest die Wahrscheinlichkeit zusätzlich kostenlos einen Training für Lehrkräfte zu bekommen was Lehrkräften dabei hilft entsprechend gut und selbstsicher und erfolgreich in Mobbing zu intervenieren.

00:06:28: Die meisten Schulen wollen das haben, dann sagen wir okay dieses Anti-Mobbing-Programm für Schülerinnen und Schüler braucht so viele Fortbildungstage für die Lehrkräfte und wird dann über ein halbes Jahr im besten Fall wöchentlichen neunzig Minuten Sitzungen ausgerollt an den Schulen Schwierig.

00:06:47: Kriegen wir in anderen Kontexten hin, aber ist natürlich eine Riesenherausforderung.

00:06:51: und dann sagen wir uns zusätzlich gibt es für dieses Anti-Mobbing Training für die Lehrkräfte insgesamt dreieinhalb Fortbildungstage einmal zwei Tage hintereinander, dann ungefähr vier Wochen später nochmal einen Tag und dann noch mal ungefähr vier Monate später ein halben Tag als so ne Aufforschungssitzung.

00:07:09: Das ist das, was wir aus wissenschaftlicher Sicht sagen.

00:07:12: Das brauchen wir weil wir mit zu punctuellen Geschichten nicht gut arbeiten können.

00:07:17: Wir brauchen wenn wir fortbilden wollen, wenn wir erfolgreich trainieren wollen eine gewisse Langfristigkeit und da prallen eben Welten aufeinander weil wir eben viele Schulen haben die sagen ja würden wir wahnsinnig gern machen können aber nicht

00:07:31: Ja, danke für diesen Einblick.

00:07:33: Also stelle ich mir auch für Sie als wissenschaftlerin sehr herausfordernd vor in dieser Realität dann motiviert weiter dran zu bleiben.

00:07:40: Jetzt bin ja an diesem studien nicht erst seit gestern beteiligt.

00:07:43: wir machen das jetzt vielen vielen jahren und Ressourcen waren schon immer ein probleme und ressourcen sind wie gesagt auch international immer ein Problem.

00:07:50: Wir haben aber einen punkt erreicht indem überhaupt kein spielraum mehr da ist.

00:07:54: das heißt alles läuft mittlerweile so an der Grenze und an der roten Linie, dass quasi gar nicht mehr abgefangen werden kann.

00:08:01: Und ich glaube bevor wir das nicht verändert haben, bevor wir also nicht über eine andere Organisation von Schule sprechen – Ich glaube gar nicht, dass es mit mehr Zeit und mehr Personal getan ist sondern es geht um die Aufgabenverteilung.

00:08:14: vielleicht, das sind strukturelle Fragen aber da können andere Personen besser beantworten ja was es da wirklich braucht.

00:08:21: Aber bevor wir nicht dieses Ressourcenproblem, was so massiv gerade besteht.

00:08:25: Wir wissen ja auch das Unterrichtsausfall ein Riesenproblem ist nicht gelöst haben können wir glaube ich über so flächendeckende Programme gar nicht sprechen.

00:08:33: gleichzeitig und dass es die Krux dabei können wir aber auch nicht sagen Ja wir machen jetzt gar nichts Bevor wir nicht mehr ressourcen haben weil das sind wir realistisch in den nächsten Jahren nicht passieren wird.

00:08:43: Das heißt, wir brauchen so die Quadratur des Kreises und dies eben wahnsinnig schwererzustellen.

00:08:48: Alex wenn du das hörst denkst du dann auch vielleicht wie wär's mit einer Fortbildungspflicht in sechs Wochen Sommerferien?

00:08:57: Stößt bestimmt auf ganz große Begeisterung.

00:09:00: Gibt es ja manchmal die Diskussion dass sechs Wochen Winterferien vielleicht eh nicht mehr zeitgemäß sind in heutiger Zeit wo kaum jemand mir bei der Ernte helfen muss?

00:09:08: Ja denke ich manchmal ob man das nicht da verlagern müsste.

00:09:10: aber Ja, ist dann auch eher ein Traum gerade von mir.

00:09:15: Ja ich mein das ist schwieriges Thema.

00:09:17: ne?

00:09:17: Da gehen die Geister auseinander da bin ich mir ziemlich sicher.

00:09:20: also auf der einen Seite haben wir das Zeitproblem dieses massive Ressourcen Problems was egal über welches Thema wir sprechen ja wird es immer am Ende stehen woher sollen die ressourcen dafür kommen?

00:09:32: und wenn wir jetzt anfangen natürlich irgendwo die ressources zu nehmen Ich sage jetzt mal bewusst nicht aus den Ferien, sondern eigentlich aus den Erholungszeiten der Lehrkräfte.

00:09:41: Die ja auch viel bei dem Schulalltag, den wir zu meistern haben da das knabbert auch sehr an unseren Ressourcen ist es nicht ohne Grund so dass viele Lehrkräften ihr eigenes Gefühl als ich bin am Limit beschreiben und ich glaube, dass es eigentlich wichtig ist, dass man da auch ein bisschen wieder auch so die innere Einstellung gewinnen kann, um dann zu sagen okay jetzt habe ich die Kapazität um mich zum Beispiel mit Präventions-, Interventionsprogrammen beim Thema Mobbing zu beschäftigen.

00:10:13: So aber ich brauche halt auch die Erholung irgendwie und die Belastung bei Lehrkräften also ich glaube der Sprechen für viele Lehrkräfte ist schon relativ hoch.

00:10:20: deswegen glaube ich ist das nicht der richtige Ansatz auch wenn du es mit dem Augen zwingt kannst oder gesagt hast.

00:10:25: Ich frage mich ein bisschen wenn wir sagen okay wir können gegen diese ja teilweise Besorgenz erregnen Zahlen arbeiten, indem wir mehr Interventions- und Präventionsprogramme haben.

00:10:36: Dann ist das das eine.

00:10:37: aber es lohnt sich sicherlich auch der Blick irgendwie reinzuschauen.

00:10:40: Wo können wir das denn im Jahr in den normalen Schulalltag integrieren?

00:10:44: Ich glaube dass da gerade die künstlerischen Fächer also Kunst, Theater eine unglaubliche große Rolle spielen.

00:10:54: ich will jetzt mal kurz Ja erzählen, ich hab ja selbst viele Jahre an der Schule eine Theater jetzt auch geleitet.

00:10:59: Ich bin ja auch Theaterpädagoge und meine damalige Schulleiterin hat mir oft gerade die Schüler in so geschickt, die so ein bisschen außen draußen standen, die nicht so richtig integriert waren.

00:11:14: Die Wirkung von Theater ist eine unglaubliche Wirkung.

00:11:17: Ich habe das immer wieder erfahren, gerade bei diesen Schülerinnen die dann in so ne Gemeinschaft aufgenommen wurden wo sie sich ähnlich wie ich das als Schüler auch wahrgenommen haben plötzlich ausprobieren durften ohne bewertet zu werden und die haben dort ein Selbstbewusstsein entwickeln können was einfach unglaublich ist.

00:11:31: ja also mir wurde danach Aufführung zurück gemeldet von anderen Lehrkräften.

00:11:35: wir haben den Schüler oder die Schülerin X Y gar nicht wieder erkannt.

00:11:38: Was ist denn da passiert?

00:11:41: Jetzt gibt es natürlich, also deswegen meine Frage oder meine Idee.

00:11:44: Wir müssten diese Fächer eigentlich auch viel stärker, also viel mehr stärken weil sie eben diese Ungeheure der Kraft haben Schüler in Selbstbewusstsein zu geben und das hat ja auch ganz viel damit zu tun, weil ich ja dann wenn ich selbst nicht so viel Unsicherheit in mir herum trage.

00:12:01: Auch Mobbing versuchen sage ich jetzt mal mit einem anderen Selbstbewussten begegnen kann oder ich eine Gemeinschaft integriert bin wo ich mir Hilfe holen kann, wo ich mich eher traue, dann auch was zu sagen.

00:12:13: Und wir diskutieren in Schule ganz oft darüber müssten wir nicht eigentlich diese Fächer mehr stärken?

00:12:19: und oft sind die Entscheidungen, die getroffen sind genau die anderen.

00:12:22: Da nämlich das was eben nicht machen.

00:12:23: also und das finde ich so irre.

00:12:25: Das würde ich auf jeden Fall unterstützen.

00:12:29: Man muss ein bisschen auffassen wie man es formuliert weil wir damit natürlich nicht sagen zu Lasten anderer Fächern ja da sind wir dann auch ganz schnell in dieser Diskussion.

00:12:37: aber was wir wissen ist dass die Dynamik um die Entstehung von Mobbing Ganz komplex ist.

00:12:43: Wir haben eine Vielzahl von ganz vielen verschiedenen Faktoren, die dazu beitragen das Mobbing eben entsteht.

00:12:50: Das sind Faktoren auf individueller Ebene, auf sozialer Ebene und Klassenebene.

00:12:54: Die gesamte Schule, die Lehrerschule beziehungsspielter eine Rolle usw.

00:12:59: Diese Dynamik wirkt immer erst mal abschreckend weil es eben so ne große Komplexität ist.

00:13:05: Weil das natürlich in der Konsequenz auch bedeutet dass jeder Mobbing-Fall sich ein bisschen anders entwickelt hat.

00:13:10: Jeder Mobbing Fall ist anders in der Dynamik braucht deswegen nicht unbedingt vollkommen andere Herangehensweisen aber braucht vielleicht im Detail ein bisschen was anderes.

00:13:20: Unterstützung.

00:13:21: Aber und dafür werbe ich immer sehr gern, diese hohe Komplexität dieses Entstehungszyklus möchte ich nennen bedeutet auch dass wir an ganz ganz vielen Stellen ansetzen können.

00:13:31: denn wenn wir ganz viele Faktoren haben die beeinflussen bedeutet es auch das wir jeden dieser Fakturen potenziell verändern können und damit auf die gesamte Dynamik einen Einfluss nehmen können.

00:13:42: und natürlich gehört dazu weil ist eben was mit der Gemeinschaft macht mit individuellen Aspekten.

00:13:49: Natürlich gehören dazu auch so Selbstwirksamkeitserfahrungen, kreative Erfahrungen.

00:13:54: Weil sie eben gleichzeitig an mehreren dieser Punkten ansetzen können und alles was das tut, alles was eine gewisse Komplexität auch abbildet und quasi ein bisschen auch wegkommt von ihr müsst nett zueinander sein.

00:14:05: ja dass auf ein bisschen ja auch kreativere Art und Weise macht wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit das Potenzial haben sich positiv auszuwirken und eben die Mobbing-Wahrscheinlichkeit zu reduzieren ist glaube ich der entscheidend.

00:14:19: Können Sie noch mal zusammenfassen, was Sie wissen über Präventions- und Interventionsprogramme, die wirksam sind?

00:14:27: Weil es gibt ja viele verschiedene Angebote.

00:14:31: Kann man jetzt Entscheiderinnen und Lehrkräften zugleich irgendwas an die Hand geben, worauf man achten kann bei der Auswahl von Angeboten?

00:14:40: Wir haben eine quasi unüberblickbare Anzahl von Angeboten.

00:14:44: ständig Situationen in den Schulen und Schulleitungen konfrontiert sind.

00:14:49: Wir bieten Ihnen das an, bei uns können Sie sich das einkaufen.

00:14:53: Wir kommen an Ihre Schule und machen dieses und jenes.

00:14:55: Es fehlt also nicht an Präventionsangeboten.

00:14:59: Und es fehlt nicht an Preventionsangebote.

00:15:01: Und den Überblick dazu wahren ist wahnsinnig schwierig.

00:15:05: Ich finde, dass es diese Vielzeiern-Angeboten gibt Auch überhaupt nicht schlimm im Gegenteil.

00:15:10: Also jede Schule ist anders, jede Schule will gerade was anderes.

00:15:14: Wir brauchen da auch eine gewisse Bandbreite.

00:15:18: Wir laufen aber Gefahr, dass wir wertvolle Ressourcen ... Denn wir reden oft von finanziellen Ressorten und das kostet etwas.

00:15:26: Und immer von Zeitressourcen.

00:15:27: Anders geht es gar nicht!

00:15:29: Dass wir diese wertvollen Ressorts in Programme stecken die mit hoher Wahrscheinlichkeit potenziell wirksam sind Es gibt keine Garantie, auch bei den gut evaluierten Programmen haben wir keine Garanti.

00:15:41: Aber wir reden von Wahrscheinlichkeiten die wir natürlich gerne erhöhen möchten.

00:15:45: und da den Überblick zu bewahren und selber zu recherchieren gibts da denn wirklich nachweise ist quasi nicht möglich ja und es eine wahnsinnig hohe Anforderung.

00:15:54: Da gibt's aber ein tolles Tool, da gibt´s ne tolle Unterstützungsmöglichkeit das ist die grüne Liste Prävention.

00:16:00: Die Grüne Liste Prävention ist ein Überblick, kann man einfach googeln findet man recht schnell.

00:16:04: Wo es einen wissenschaftlichen Beirat gibt und in diesem wissenschaftlichem Beiraten kann man quasi Programme die man entwickelt hat nicht nur zu Mobbing ganz vielen Facetten quasi einreichen.

00:16:13: und dann gibt es drei verschiedene Stufen von Wirksamkeit ist nachgewiesen in komplexen Studien.

00:16:20: aber es gibt da eben auch die Möglichkeit eingestuft zu werden als potenziell wirksam ja die Wirksamkeits gut begründet.

00:16:27: das heißt jemand hat sich schon mal Gedanken dafür übergemacht mit welchem Wirkmodell, mit welchen theoretischen Modell das sind wirken könnte.

00:16:33: Das ist schon mal was also immer gut erstmal da rein zu gucken.

00:16:37: Da kann man nach verschiedenen Schlagworten suchen soziale Kompetenzen Kommunikation Empathie und so weiter und sofort und sich das quasi anschauen.

00:16:46: Was wir über Anti-Mobbing Programme wissen die mit hoher Wahrscheinlichkeit wirksam sind ist dass sie ein paar Dinge gemeinsam haben.

00:16:54: Sie adressieren immer diese Komplexität in irgendeiner Art und Weise.

00:16:59: Das heißt, sie sind immer multifaktoriell, könnte man sagen, sie ist immer schulweit.

00:17:05: Je mehr Ebenen sie adressiert, desto besser es ist.

00:17:08: Und was sie auch haben, das muss man sagen leider nicht punktuell.

00:17:14: Sie sind nicht einmalig!

00:17:16: Wir sind aus wissenschaftlicher Sicht immer ein bisschen kritisch bei so einmaligen Eventcharaktergeschichten.

00:17:22: Wir machen einmal eine Sache in der Tonhalle mit allen, damit adressieren wir alle das machen wir im besten Fall einmal im Jahr, damit wir alle Schülerinnen und Schülern bekommen und dann sind wir fertig ist nicht falsch.

00:17:35: aber Da können wir leider auch keine wahnsinnig hohe Wirksamkeit erwarten, weil wir eben eine gewisse Langfristigkeit brauchen.

00:17:41: Das heißt häufig sind es eben Programme die über mehrere Wochen gehen und die verschiedene Kompetenzen adressieren wenn wir über Präventionsprogramme sprechen.

00:17:51: natürlich können wir da bei den Schülerinnen und Schülern ansetzen.

00:17:54: das ist immer eine gute Idee.

00:17:55: und dann sind es aber häufig Programme die eben an verschiedenen Punkten ansetzen.

00:18:00: Also was mit Kommunikation, mit Empathiefähigkeit, so zu emotionalen Kompetenzen im Großen und Ganzen ja mit aller Komplexität, die das mit sich bringt quasi zu tun haben?

00:18:10: Ja danke dass Sie das nochmal so deutlich sagen, wie schaffen denn Schulen überhaupt eine Kultur des Hinsehens?

00:18:15: ganz konkret?

00:18:17: Was sollten Schulen machen damit wirklich diese Kultur des Hinsehens auch dort entstehen kann?

00:18:22: oder generell Bildungseinrichtungen?

00:18:25: Wenn wir über den Arbeitskontext sprechen und ja, wenn wir kurz den Kontext wechseln und darüber sprechen wie funktioniert ein Unternehmen gut?

00:18:33: Wie schaffen wir es Leistungsfähigkeit in Unternehmen herzustellen.

00:18:37: Dann landen wir sehr oft bei teambildenden Maßnahmen.

00:18:40: Wir müssen auch das Team unterstützen.

00:18:42: Wir müssen die Beziehungen untereinander unterstützen.

00:18:45: Am Ende ist das durchaus übertragbar auf Schulen.

00:18:47: Das heißt, Schulen müssen und ganz viele Schulen machen das auch – ich würde sagen die allermeisten Schulen machen es – müssen Wert darauf legen, dass wir erst mal als Gemeinschaft zusammenwachsen.

00:18:58: Und das gilt sowohl für die Schülerinnen- und Schülergemeinschaft als auch für die Gemeinschafters-Kollegiums.

00:19:03: Das heisst wenn wir die Möglichkeit haben uns Zeit zu nehmen….

00:19:06: ja das ist wieder das kritische Wort!

00:19:11: sehen wir eben auch Möglichkeiten durchaus niedrigschwellig und mit wenig zusätzlichen Zeitaufwand.

00:19:16: Zum Beispiel zu sagen, es gibt eine halbe Stunde am Tag in der Woche – Entschuldigung!

00:19:21: – zu einem bestimmten Zeitfenster die dafür da ist dass sich Lehrkräfte miteinander austauschen über Beobachtungen in der Klasse, über Dinge.

00:19:30: das wird immer genug anlässlich geben sich auszutauschen was immer gerade ansteht also Raum für Kooperation schaffen sich selber eben als eine Institution verstehen, in der Beziehung zentral ist und entsprechend geprägt und gefördert werden muss.

00:19:47: Das ist wichtig auch zu verstehen dass das lohnenswerte Investitionen sind.

00:19:53: Denn je mehr ich investiere, desto leichter wird am Ende des Lernen fallen, destso leichter werde ich am Ende mein Stoff vermitteln können.

00:20:01: Desto weniger Probleme habe ich die mir natürlich ganz viel Zeit rauben Die links und rechts davon aufploppen quasi, mit denen ich mich beschäftigen muss.

00:20:09: Und was Schule auch gut tun kann ist vorbereitet sein!

00:20:14: Das heißt einmal darüber zu sprechen, wo erkennen wir Mobbing?

00:20:19: Woran machen wir Mobbeng fest?

00:20:20: Was verstehen wir darunter?

00:20:21: Und einmal auch klarmachen, Mobbing ist etwas das uns alle als Kollegium etwas angeht.

00:20:26: Das heißt schön wäre wenn wir so was wie ein... Einheitliches oder zumindest untereinander ähnliches Verständnis von Mobbing hätten.

00:20:34: Je mehr daran einem Strang ziehen, desto höher ist natürlich die Wahrscheinlichkeit der sich erfolgreich handeln kann.

00:20:39: und ganz toll ist wenn ich einen Handlungsleitfaden in irgendeiner Form habe den alle kennen Oder eine Ansprechperson, den alle kennen.

00:20:48: Egal ob ich schon seit fünfzehn Jahren an der Schule bin oder gestern erst angefangen habe Wenn mir was auffällt kann nicht zu jemanden gehen und kann sagen hier mir ist das in das aufgefallen Was mache ich dann jetzt?

00:20:58: Und im allerbesten Fall öffnet diese Person ein Dokument, drückt es aus und sagt guck mal Hier ist der Faden Den und den kannst du ansprechen.

00:21:04: Das ist unser Vorgehen!

00:21:06: Das muss nicht komplex sein.

00:21:08: Es hat was mit Gesprächen zu tun, das hat etwas mit rausfinden.

00:21:11: Was überhaupt passiert ist zu tun und es hat etwas von Kooperation untereinander zu tun.

00:21:17: Und das ist immer eine gute Idee weil das auch ganz viel Unsicherheit nimmt.

00:21:21: Für die Schülerinnen und Schüler reduziert es die Wahrscheinlichkeit dass sie davon abhängig sind an wen Sie gerade geraten.

00:21:28: Was wir im Moment ein ganz vielen Schulen haben, ist es schlicht und ergreifend Glück, wenn ich als Klassenlehrkräft habe, wen ich gerade ansprechen kann, wenig an der Schule habe interessiert sich die Person dafür oder vielleicht ist das gar nicht so sehr das Interesse?

00:21:42: hat Die Person, die ich anspreche eine Idee was sie machen kann.

00:21:46: Und das ist ja ne absolute Katastrophe wenn wir uns das vorstellen.

00:21:49: wie sehr dass von Zufall und Glück abhängt.

00:21:52: Als Sie gerade noch über Teambilden gesprochen haben muss sich noch daran denken Was es eigentlich für Ne Chance sein Könnt Das jetzt Ab Diesem Sommer Eigentlich Jeder Ersten Klassler in Deutschland Ein Rechtsanspruch auf den Ganztagsplatz hat Weil mehr Schülerinnen und Schülerin viel mehr Zeit verbringen werden In ihrer Schule da eigentlich, glaube ich viel ungenutztes Potenzial noch ist im Nachmittagsbereich.

00:22:16: Wo bisher einfach nur gespielt wird anstatt vielleicht das mal eine Art Teambuilding-Maßnahme angeleitet wird.

00:22:24: Frau Fischer, wenn Sie überlegen... Wenn heute Sie jetzt was entscheiden könnten für die Bildungspolitik um das Problem anzugehen oder das Thema anzugehnen?

00:22:33: Was wäre der nächste wichtige Schritt?

00:22:35: Was würden sie sagen?

00:22:37: Das ist ne gute und große Frage!

00:22:41: Ich glaube, was sich unserem Bildungssystem am meisten im Moment wünschen würde wäre eine größere Offenheit für mehr Personal das nicht dererinnen und derer sein müssen.

00:22:55: Die keinen Lehramtsabschluss haben müssen aber mehr Personal die unterstützen tätig sein können und mehr Mut Aufgaben neu und anders zu verteilen.

00:23:06: Das heißt ich finde Was nicht sein kann im Jahr in diesem angespannten Bildungssystem, das wir haben ist dass es Schulen gibt die keine Schulsozialarbeit haben und auch keine andere Form von Unterstützung.

00:23:20: Gleichzeitig gibt es Schulen die zum Teil mit zwei drei Personen in jeder Stunde in der Klasse stehen.

00:23:27: Das hat strukturelle Gründe.

00:23:29: ja das will überhaupt nicht sagen dass die eine Schule daran schuld ist und die Andere zu viele Ressourcen um Gottes Willen.

00:23:36: Aber wir müssen hier für ein bisschen mehr Gleichheit in der Fairness der Bedingungen sorgen.

00:23:43: Das heißt, wir brauchen einfach mehr Personen die Dinge im Blick haben können, die sich Aufgaben aufteilen können, sie sich gegenseitig unterstützen können.

00:23:51: und da müssen wir auch ein bisschen offener sein an der Frage was für Abschlüsse müssen diese Personen haben?

00:23:57: Natürlich müssen die alle gut ausgebildet sein das ist überhaupt keine Frage aber wir könnten hier durchaus offener.

00:24:05: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben für das Gespräch mit uns über dieses so wichtige Thema.

00:24:13: Es gibt hier viel Arbeit wie wir gesehen haben aber es gibt auch Möglichkeiten wo wir durchaus auch wirksamer werden können.

00:24:19: Danke für die Einladung

00:24:21: An unsere Zuhörerin.

00:24:22: vielleicht auch noch mal, wenn euch dieser Podcast der Evido-Podcast, der Podcast zum Evido Magazin gefällt.

00:24:28: Dann abonniert ihn, empfiehlt ihn gerne weiter.

00:24:30: Schaut doch mal in das Magazin rein!

00:24:32: Wir verlinken es gern in den Shownotes.

00:24:33: Ja und wer noch Anregungen oder Feedback hat, gerne auf den sozialen Kanälen uns kontaktieren.

00:24:40: wir sind auf LinkedIn, wir sind Instagram.

00:24:42: Gerne uns eine Nachricht

00:24:43: schreiben.

00:24:44: Danke.

Über diesen Podcast

evido-Podcast – Bildung entscheidet: Im Fokus stehen die entscheidenden Faktoren für gutes Lernen: von der Kita über die Schule bis zur Bildungspolitik. Verständlich, praxisnah und fundiert zeigen wir, was Bildung wirksam macht und wie sie nachhaltig verbessert werden kann.

von und mit Lena Sterz & Alex Putzier

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