evido. Bildung entscheidet

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00:00:13: Bildung entscheidet.

00:00:12: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcast, in dem wir aktuelle Erkenntnisse aus der Bildungswissenschaft diskutieren und schauen was sie für Entscheidende und Entscheiderinnen und die Praxis bedeuten!

00:00:21: Ich bin Lena Stärz, Journalistin und wie immer mit dabei ist Alex Bozier, der selbst als Lehrer arbeitet.

00:00:26: Hi Alex!

00:00:28: Alex, wir sprechen heute über Ungleichheit und Übergänge.

00:00:32: Da fiel mir direkt ein das Thema Noten.

00:00:35: Wenn du eine mündliche Note vergibst, wo ja Sympathie man wahrscheinlich nicht ganz ausblenden kann ... Inwiefern versuchst du dann den Bildungshintergrund auszublenden oder zu berücksichtigen?

00:00:49: Ich glaube, dass es eine Haltungsfrage ist... Also ich sollte als Lehrkraft im besten Falle den Anspruch an mich haben, dass ich mich für den Menschen, der da sitzt auch interessiere.

00:00:59: Und das ich eben sehe aus welchem Kontext er kommt also aus welchen sozialen Umfeld er kommt mit welchen individuellen Kämpfen er beschäftigt ist.

00:01:10: Von daher ich für mich glaube ich habe diese Haltung und ich versuche mich immer wieder in dieser Haltung zu erinnern.

00:01:16: aber es ist halt am Ende hängt es an der einzelnen Lehrkraft und eben an der Haltung dieser Lehrkraft was vielleicht auch noch ein spannender Aspekt ist.

00:01:24: zu deiner Frage.

00:01:26: Ich bin ja einer weiterführenden Schule und wir kriegen ja von unterschiedlichen Grundschulen die Kinder, die dann kommen.

00:01:33: Und ich stelle schon fest das je nach Grundschule dass der Wissensstand oder die Kompetenzen, die schon da sind – die Basikompetensten werden er ja auch erwähnt sehr unterschiedlich sein können.

00:01:47: Das heißt wir haben an weiterführen in Schulen Kinder mit einer gymnasialen Empfehlung und trotzdem sehr heterogenem Leistungsbild, das ist vielleicht auch hier an der Stelle nochmal spannend zu erwähnen.

00:01:59: Und da stellt sich natürlich dann auch die Frage wie werden dann sozusagen Empfehlungen ausgesprochen an der Grundschule?

00:02:06: Also mit der Frage so auf welche Kriterien werden im Ganzen zugrunde gelegt?

00:02:11: und die scheinen doch nicht alle ganz gleich zu sein wenn man sieht mit welchem Leistungspotenzial die Schülern dann an die weiterführende Schulen kommen?

00:02:18: Ja, diese Übergang zur Weiterfindung in Schule ist ja auch so eine entscheidende Stellschraube.

00:02:24: Das hat jedenfalls die Forschung von Prof.

00:02:27: Marcel Helbig ergeben der heute bei uns zu Gast ist.

00:02:30: Hallo Herr

00:02:31: Helbig!

00:02:32: Sie haben mit den Daten des nationalen Bildungspanels erforscht In Niedau gewissener Breite eigentlich, wie soziale Herkunft in Deutschland die Bildungsbiografie von Menschen prägt.

00:02:42: Von der Kita bis zur Ausbildung ins Studium.

00:02:44: Dabei wollen wir heute mit ihnen sprechen und Noten- und Übergänger sowas hat in der Forschung im Grunde auch eine große Rolle gespielt oder?

00:02:53: Ja ja wir haben uns auch angeschaut wie sozial ungleich die Notenvergabe ist Und hier sehen wir vor allem im Bereich der Grundschulen, also dritte vierte Klasse das da besonders soziale Ungleichheiten zu tragen kommen.

00:03:07: und es ist nicht nur so dass das unabhängig von den Kompetenzen gibt.

00:03:12: sowieso ungleiche Noten weil die Kinder aus höheren Schichten auch im Schnitt höhere Kompetenzwerte aufweisen.

00:03:20: Aber bei gleichen Kompetensen sehen wir aber weiterhin soziale Ungleichheiten, in dem Sinne dass bei gleicher gemessener Kompetenz die Noten aus den von Kindern aus höheren Schichten besser aussehen als die aus niedrigen Schichten.

00:03:35: Man kann aber auch eine andere Perspektive darauf gucken.

00:03:38: Note ist nicht nur Kompetent, note ist auch wie ... sehr strenge ich mich an für etwas.

00:03:44: Im Endeffekt ist die naheliegende Behauptung, dass Kinder aus höheren Schichten sich mehr anstrengen würden und mehr lernen und quasi in dieser Vorbereitung tun.

00:03:53: Da würde auch niemand sagen das das unfair wäre wenn sich jemand dann mehr anstreckt, dass er dafür nicht auch die bessere Note bekommt.

00:03:59: Die Frage ist aber... Ist das diese Argumentation?

00:04:03: Hier muss man empirisch erst mal auffangen.

00:04:05: Also ist es tatsächlich so, dass sich Kinder aus höhere Schichten mehr ansträngen oder ist es nur das, was der Lehrer sieht.

00:04:14: Das hätte quasi die Einschätzung das Ganze hat.

00:04:16: Wir haben eine Studie, die wir vor ein paar Jahren gemacht haben.

00:04:19: da konnten wir uns das mal anschauen.

00:04:21: auch Kompetenzen noten hatten wir gemessen und dann hatten wir die Einsschätzung sowohl der Lehrkraft als auch der Eltern als auch des Kindes wie stark man glaubt, sich halt anzustrengen oder aus Sicht des Lehrers.

00:04:33: Wie die glauben sich das einzelne Kind also wie hoch die Anstrengungsbereitschaft ist?

00:04:37: und wenn man diese Anstrendung bereitschaft genauso wie die Begabungseinschätzung aus Sicht der Lehrkräfte mit in diese statistische Modelle reingenommen hat dann konnte man die sozialen Ungleichheiten der Notenvergabe fast vollständig erklären.

00:04:49: Das heißt also, die Lehrkraft ist in dem Moment nicht der Bösel, der da bewusst eine Entscheidung trifft für oder gegen das Kind oder so bewertet.

00:04:59: Sondern er hat irgendein Bild was mit Realität koaspondieren kann oder nicht vor Augen und auf Grundlage dessen gibt er dann halt die bessere oder die schlechtere Note.

00:05:12: Das ganze muss man sagen.

00:05:13: also dieser Studie hat null Komma null damit korrespondiert was die Kinder gesagt haben wie sehr sich anstrengend und auch nicht korrespondieren mit dem was die Eltern sagen wie sie das Kind einschätzen.

00:05:23: Und es ist jetzt die Frage ist wirklich etwas.

00:05:26: was der Realität entspricht.

00:05:28: Das, was die Lehrkraft denkt über dieses Kind und dann wäre das auch sehr gerecht vielleicht wenn es tatsächlich so wäre oder ist eine subjektive Verzerrung.

00:05:37: Es gibt halt einen bestimmten Habitus den Kinder und Lehrkräfte aber alle Menschen ausgeprägt haben und da gibt's halt eine bessere oder eine schlechtere Passung.

00:05:45: Und wenn ich Kinder aus unteren Schichten habe, die haben halt ein anderes Aufdrehen, anderen Sprachstil und dergleichen Ja, dann ja akademisch gebildeten Oberschichtskraft an dieser Stelle.

00:05:58: Und auf einmal sehe ich gar nicht die Potenziale dieses Kindes auch nicht aus bösen Willen.

00:06:03: Sehe ich nicht mehr so und sehe auch nicht dass es sich vielleicht anstrengt weil da bestimmte Signale unter Bewusstheit ankommt, die ich dann anders bewerte.

00:06:12: Ich wollte noch auf einen Punkt von Herrn Pulze eingehen.

00:06:16: Im Hinblick auf diese Leistungsheterogenität der unterschiedlichen Schulen, die bei ihnen dann quasi an der weiterführenden Schule ankommt... Das ist auch schon so ein ganz lang bekanntes Phänomen in der Bildungsforschung, dass Noten werden immer sehr stark anhand der Leistungsstände innerhalb einer Klasse gegeben.

00:06:34: D.h.,

00:06:34: der Lehrer versucht größtenteils immer das Spektrum abzubilden und wenn er eine sehr starke Klasse hat sind durchschnittliche Schüler kriegen da sehr schlechte Noten.

00:06:46: Der gleiche Schüler würde in einer Schulklasse, wo ein sehr niedriger Leistungsstand ist deutlich bessere Note bekommen.

00:06:53: und so kommt es dann auch am Ende zustande dass er sieht aus der einen Grundschule kommen halt dann Kompetenz also Kinder mit höheren Basiskompetenzen als eine andere Schule.

00:07:01: und das hängt sehr stark damit zusammen dass wir halt in den unterschiedlichen Grundschulen unterschiedliche Leistungsstände haben und die Noten dann eben auch immer am Durchschnitt quasi bewertet werden.

00:07:11: Und das kommt relativ schnell dadurch schon alleine zustande, dass wir in vielen deutschen Städten vor allem eine starke soziale Segregation haben, Wohnsegregation, wodurch halt eher die sozial benachteiligten Kindern in den einen Grundschuhen und die privilegierten in den anderen.

00:07:27: Also ist es gerade wenn ein Kind aus einer brenntungsschule, sei ich jetzt mal eine gymnasialen empfehlung gefroren guter noten bekommen hat aber wir wissen das hatten niedriger kompetenz stand.

00:07:37: ist es nicht ein riesen problem wenn das kind dann aufs gymnasium zum beispiel wechselt weil sie auf einmal mit einer anderen gruppe von Kindern zusammen ist die viel höhere leistungsstände hat?

00:07:45: und man ist vielleicht unter umständen sogar die die scheiterungs erfahrungen schon vorprogrammierten stückweit

00:07:52: Ist ja auch eine andere Form von Frustration, die da einstehen kann.

00:07:55: Sowohl bei dem Kind als auch bei den Eltern zum Beispiel, um es einfach zu sagen, den Andruck haben oder einfach äußern so sie verstehen die Welt nicht mehr.

00:08:03: was passiert hier gerade?

00:08:05: Vielleicht noch mal zu einem anderen Punkt, den Sie eben angesprochen hatten diese Möglichkeiten der Notenbildung Die aber im häuslichen Bereich stattfinden.

00:08:16: also ob das jetzt die Präsentation ist oder aber auch sowas wie Hausaufgaben oder andere Referate, wäre es da nicht die logische Konsequenz zu sagen man muss es aus dem häuslichen Bereich rausholen.

00:08:27: Weil wir am Ende ja gar nicht die reine Schülerleistung bewerten sondern eben eigentlich sozusagen das sozial entstandene Konstrukt.

00:08:36: Ich glaube so zwei Probleme mit dem was in dieser Diskussion dann zu tun haben.

00:08:40: Das eine ist Warum müssen wir überhaupt dritt und Viertklässler so benoten, dass es dann auch wichtig ist für die weiteren Bildungswege?

00:08:47: Und wir brauchen irgendwelche Signale, die am Ende unsere Kinder in gut und schlecht oder von gut übermittel und schlecht irgendwie anhand ihrer Kompetenzen oder Fähigkeiten irgendwie auftrennen.

00:08:57: Das ist unser Schulsystem was es so nirgends wo mehr auf der Welt gibt in der westlichen Welt Österreichs das einzige Land, was auch seine Kinder nach Klasse vier schon trennt.

00:09:06: D.h.,

00:09:06: sie kommen nicht daran vorbei irgendein Mechanismus einzuführen, anhand dessen wir die Schüler dann aufteilen.

00:09:13: Wenn wir nichts an den grundlegenden Problem einer so frühen Trennung quasi ändern.

00:09:18: Also das ist quasi erstmal gesetzt.

00:09:20: Ja wäre denn eine spätere Selektion als nach der vierten Klasse gibt es ja in manchen Bundesländern auch?

00:09:26: Ist das ein wirksames Mittel oder was könnte man sonst tun noch um die Ungleichheit bei Übergängen jetzt abzumildern?

00:09:32: Also prinzipiell eine Wahrheit der Bildungssoziologie ist jeder Übergang produziert Ungleichheit.

00:09:38: Egal wann nicht den Ansätze erproduziert Ungreichheit.

00:09:41: und wir haben auch in Systemen die lange alle Schüler zusammenlassen, die haben dann um so schwerwiegendere Einschnitte im späteren Bereich.

00:09:50: also nehmen wir zum Beispiel das amerikanische System der Highschools.

00:09:53: Die sind mehr oder weniger alle gemeinsam bis zum Alter achtzehn in einer Schule bekommen da einen Schulabschluss.

00:10:00: Und dann kommt die große Entscheidung, gehe ich in das ländliche College in Kansas oder gehe ich nach Harvard.

00:10:07: Und da werden die Ungleichheiten über das Universitätssystem stärker produziert.

00:10:13: Vor allem sagt die konservative Richtung gesagt, wir haben so viele Möglichkeiten das Abitur noch nachzuholen und so viele Wege, die es daneben gibt... Und das gerade die Studie, die wir jetzt gerade durchgeführt haben, zeigt zwar ja vor einem beruflichen Gymnasien und überhaupt das berufliche Schulsystem gibt auch diese Möglichkeiten.

00:10:31: Wir sehen dass der Zugang zu diesen Bildungsgängen tatsächlich zu weniger Ungleichheit führt also ein stärkeres Nachholen der mittleren Schichten v.a.

00:10:40: im Pimpelig auf den Abschluss.

00:10:42: da ist was wir aber und das habe ich noch in keiner Studie vorher gesehen auch nachweisen konnten Diese Gruppen, also die mittleren Bildungsschichten oder sozialen Schichten scheitern auf diesen Weg viel häufiger.

00:10:56: Also sie gehen dann zwar hin und haben diese Ziele und merken dann ich schaffe es nicht oder sie fallen durchs Abitur dann durch und sind gegebenenfalls auch vielleicht gar nicht so gut darauf vorbereitet wurden an den zweiten Schulformen um überhaupt dieses anspruchsniveau erfüllen zu können.

00:11:12: Und am Ende ist das eine ziemlich ineffiziente Geschichte, die wir uns da hingebaut haben.

00:11:18: Was mich mal noch interessieren würde, ist herrlich dass wir reden ja in letzter Zeit auch ganz viel über frühkindliche Bildung.

00:11:26: und wenn mir über die Ungleichheit bei Übergängen sprechen.

00:11:29: Welche Auswirkungen hat denn die frühkindlichen Bildung auf diese späteren Übergänge?

00:11:35: Naja, wir haben ja also das Nummer eins soziale Ungleichheiten bei den Kompetenzen.

00:11:41: Das ist das, was wir uns dann vor allem eben anschauen im frühkindlichen Bereich.

00:11:45: die sind schon im Alter von drei vier Jahren da.

00:11:47: sie werden größer über die weitere frühkindliche Zeit und dann kommen sehr ungleiche Niveaus in Schulen an, in Grundschulen an.

00:11:57: also wir haben und es kloppt ja auch immer wieder auf in der innerpresse Berichterstattung wir haben diese eine Schule zum Beispiel aus Ludwigshafen wo irgendwie dreiviertel einer ganzen Klasse sitzen bleibt und am Ende kann man skandalisieren.

00:12:11: Man kann einfach sagen, der kommt aus einem wirklichen sozialen Brennpunkt kommen auch sehr viele Kinder mit Migrationshintergrund die zu großen Teil gar nicht in einer Kita gewesen sind und die kommen halt ohne Sprachkenntnis quasi dorthin.

00:12:30: Vielleicht sogar das Beste was die Schule machen kann, ist ihnen erstmal diesen Schonraum anzubieten um überhaupt sie fit zu machen quasi für die weitere Schulkarriere.

00:12:36: aber wir machen im Endeffekt dann nur Skandalisierung aus dieser ganzen Sache.

00:12:40: und auf der anderen Seite habe ich es mit zu tun mit Kindern.

00:12:43: Die können das ganze Alphabet schon und in Teilen sogar auch schon schreiben wenn sie in die erste Klasse kommen so da irgendwie eine Mischung hinzubekommen.

00:12:51: Ein großes Problem und ich glaube, das ist auch nicht abzuschalten halt so.

00:12:56: Man hat im Endeffekt bestimmte Ungleichheiten werden da sein.

00:12:59: aber gerade das erste Beispiel ist untragbar eigentlich für unser Schulsystem dass eine Lehrkraft quasi mit Kindern es zu tun bekommt wo sie kein Wort Deutsch sprechen können.

00:13:12: Das ist nicht unbedingt da wo ne Lehrkraft ansetzen sollte.

00:13:16: Und das heißt die einzige Möglichkeit die ich eigentlich habe ist im frühkindlichen Bereich anzusetzen.

00:13:22: Und es gibt so ein paar Einschulungsunterwuchungen, wenn die ausgewertet werden... Also was immer interessant fand war die Berliner Einschulsuntersuchung, die dann zeigt, dass die Kinder kaum in der Kita gewesen sind.

00:13:37: Da sind genau die mit den größten Sprachdefiziten da wo die Eltern, die zur Schuleingangs-Untersuchungen mit waren auch kein Deutsch gesprochen haben.

00:13:43: Das heißt also mannig fahrer Benachteiligung und Wir müssen diese Kinder in einen Raum holen, wo wir sie unterstützen können.

00:13:51: Und der einzige Raum den wir dafür haben ist im Endeffekt Kita und gegebenenfalls Krippe.

00:13:57: Das machen wir ein Riesenprimborium um Sprachtests die wir jetzt in allen Ländern einführen, wo dann vier, vieren halb fünfjährige quasi testen wie gut oder schlecht sie sprachlich sind.

00:14:09: Ich glaube das brauche ich keine differenzierten Sprachtest um mitzubekommen ob ein Kind überhaupt kein Deutsch kann oder nicht Und gerade diese Gruppe ist aber die, der zum einen an Kitas viel später aufschlägt.

00:14:23: Wenn überhaupt und zum anderen es aber nicht so ist.

00:14:26: das sieht es nicht wollten aus kulturellen Gründen oder sowas weil wenn man sie fragt wie hoch uns eigentlich deine Bedarfe wird du dein Kind gerne in die Kita bringen dann merken wir relativ schlecht gerade diesen Bereich der ein bis drei Jährigen dass Sie ihre bedarfe nicht decken können.

00:14:40: Das heißt sie kommen im Dickicht unseres Kitasystems überhaupt nicht zurecht und kommen eben auch nicht dorthin.

00:14:47: Und jetzt können wir lange mit diesen ganzen bürokratischen Dingen, wo die dann vielleicht sogar darin enden, dass wir polizeiliche Maßnahmen anwenden müssen um ein Kind zur Sprachtestung zu holen und später auch polizeiliche Maßnahmen anbinden müssen damit das Kind noch in die Kita geht.

00:15:00: Die Fälle wird es geben also.

00:15:01: Also ist ja nicht alles alle quasi mitspielen wollen bei dieser ganzen Geschichte oder wir springen bei unseren Schatten gucken auf die Statistik und sehen hey!

00:15:09: Wir haben heute schon bei vierjährigen eine Kita-Nutzungsquote von knapp über neunzig Prozent Und wir wissen von diesen anderen knapp zehn Prozent, wer die sind zu zweitweit überwiegenden Teil.

00:15:21: Warum reden wir dann nicht darüber, die Schulpflicht nach vorne zu verlegen oder eine Kita-Flicht einzuführen?

00:15:27: Das wird in der ganze Reihe vom Problem lösen, dass dieser ganzen Wildwuch im Kitasystem ohnehin ein Stück weit zurückgehen würde – die Frage von du hast einen Recht auf den Kitaplatz aber ach schade!

00:15:38: Du hast keinen bekommen….

00:15:40: sehr stark eine Beweislastumkehr quasi führen, dass der Staat viel stärker dafür sorgen müsste.

00:15:45: Dass diese Plätze auch tatsächlich vorhanden sind und würde es dem den Ländern wahrscheinlich leichter und viel besser Bildungspläne in diesen Kitas zu implementieren, um tatsächliche Förderungen dort zu machen.

00:15:58: Und nicht irgendwie nach gutem Jeder einzelnen Kita die Sprachförderung halt dort denen angedehnt zu lassen, die gerade Glück haben an der richtigen Kita zu sein.

00:16:08: Also hier haben wir glaube ich ersten sehr große Ansatzpunkt, um etwas wirkliches zu ändern, um dann später auch diesen Kindern dem Weg durchs Schulsystem einfacher zu gestalten.

00:16:18: Aber dafür muss man solche unliebsamen Entscheidungen treffen, die aber nicht mehr so weit weg sind wie vor zwanzig Jahren.

00:16:24: Vor zwanziger Jahren habe ich gesagt hey da rennen die konservative Kräfte die Türen ein und sagen das geht auf keinen Fall!

00:16:30: Aber allein aus der Argumentation heraus wir haben doch eigentlich die ganzen Kinder schon in den Kitas nur gerade jene Gruppe die wirklichen problematischen in ihrer Sprachentwicklung darstellt, haben wir nicht.

00:16:43: Eigentlich die eigentliche Frage was bringt das am Ende?

00:16:45: Es gibt eine ganze Reihe von Studien auch sehr gute Studien wie das auch Kasal natürlich nachweisen können umso früher das Kind in der Kita ist und so höher sind die Chancen dann später und ein höheres Kompetenzniveau erreicht zu haben, eher auf das Gymnasium zu gehen, eher das Abitur zu bekommen.

00:17:00: Und es ist relativ klar – und das ist auch völlig unabhängig diese Studien können ich auf Kita-Qualität oder dergleichen gucken weil dann muss man sofort wieder näher hier habe, das geht ja nicht für alle Kitas halt so.

00:17:10: im Schnitt ist es so, Kita-Betreuung ist besser früh da als nicht da.

00:17:17: Wenn Sie jetzt sich entscheiden müssten für zwei bis drei Maßnahmen für mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschland was wären die zwei bis drei Maßnahmen.

00:17:27: Ich rate jetzt mal Kita-Pflicht, Gymnasium abschaffen.

00:17:32: Das ist so.

00:17:32: die Frage ob diese ... Ob die Maßnahmen auch für umsetzbar hält?

00:17:37: Also das ist ja immer noch eine ganz andere Frage.

00:17:40: also ich meine der Ausdepunkt ist für mich vollkommen klar.

00:17:42: Kita Pflicht ist ein Masthef weil wir damit auch am Ende diverse Probleme, die wir mit dem Kitasystem insgesamt haben neben den Kompetenzenungleichheiten ein Stück weit auch in den Griff bekommen und das ganze System auch professionellisieren können.

00:17:58: Und diese ganzen Fragen, wer kriegt überhaupt einen Platz?

00:18:00: Würden sich am Ende nicht mehr stellen.

00:18:02: Da kann man sich jetzt die Frage stellen, ab welchen Alter soll das Ganze passieren?

00:18:07: Das sind wir eher bei einer juristischen Debatte.

00:18:10: Die Juristen, wenn sie sich bei der Frage, kann ich überhaupt eine Pflicht formulieren, nicht ganz einig sind an einer Stelle, da sind sie sogar die progressiven Juristen eigentlich, die uns sagen vom dritten Lebensjahr ganz schwierig weil das im Endeffekt des Rechte Also das Erziehungsrecht der Eltern würde dann sonst zu stark beschnitten.

00:18:27: Das

00:18:27: steht auch im Grundgesetz,

00:18:28: oder?

00:18:29: Ganz genau!

00:18:30: Also das kriegt man im Endeffekt nicht aufgelöst.

00:18:32: aber es gibt doch viele Juristen die erstmal prinzipiell eine Erweiterung der Schulpflicht nach vorne was wahrscheinlich das Mittel der Wahl wäre bis ab einem Alter von drei als juristisch machbar quasi sich ausdenken würden.

00:18:49: So und der zweite Punkt ist etwas, was in der Vergangenheit nicht geklappt hat.

00:18:54: Also gerade das ganze Thema Ganztagsausbau da gab es ja auch ganz viele Begleitstudien halt so, also Stegstudie wurde einmal genannt.

00:19:02: Die war jetzt nicht so überbordend in ihren Ergebnissen und was dabei rausgekommen ist.

00:19:07: aber man muss sich auch da wieder mal angucken dass wir es in Deutschland Allein über die Definitionen, wann habe ich es mit einer Ganztagsschule zu tun haben ein riesiges Wurrwar vom Ganztagsschulmodell dort produzieren.

00:19:20: Also man muss das mal vergegenwärtigen.

00:19:22: nach Ansicht der KMK ist eine Ganztageschule eine Schule die drei Tage die Woche bis fünfzehn Uhr die Schüler befreut.

00:19:30: Geil was wir erst mal machen So und ich kenne mittlerweile schon drei Beispiele von Schulen, die ihre Mittagspause auf anderthalb Stunden gestreckt haben.

00:19:39: Und das Ganze als pädagogisch wertvoll quasi dann auch noch ausweisen um diese fünfzehn Uhr zu erreichen halt so.

00:19:45: Und dann im Endeffekt mehr Geld zu kriegen für den Ganztag.

00:19:47: Da passiert nichts anderes als dass die Kinder dann rumgammeln.

00:19:50: Ich sage nicht, dass es überall so ist aber selbst das passiert an dieser Stelle.

00:19:55: Aber insgesamt... Die Prozente immer wieder Ungleichheiten.

00:19:59: Wer gibt denn seine Kinder in der Musikschule?

00:20:01: Und wie hoch sind die Anteile von Kindern, die Sportvereine besuchen?

00:20:04: Auch da sehen wir Ungleichheit und auch da könnte eine Ganztagsschule ziemlich viel erreichen an dieser Stelle.

00:20:11: Das wäre dann die zweite Reform, die wir brauchen halt so aber nicht dem Stückwerk, wie das sie jetzt aktuell durchführen und im vielen Bundeslanden auch durchgeführt wird.

00:20:21: Und natürlich die dritte große Reform die frühe Trennung.

00:20:24: Und da kann man noch so viele gute Argumente auch nennen, warum diese Frühe-Trennung nicht gut ist und dass eine spätere Trennung sehr viel bringen würde und das nicht nur im Hinblick auf soziale Ungleichheiten sondern auch ein modernes Bildungssystem sich zu geben, also was eben auch aktuellen Herausforderungen irgendwo gerecht wird, sondern wir werden es massiv wenn wir das durchsetzen wollen mit politischen Abwehrkämpfen zu tun haben Und von daher kann man lange darüber diskutieren.

00:20:52: Ich seh das als politisch aktuellen, null Komma Null Umsetzung.

00:20:55: Ja

00:20:56: ich könnte ihn noch Stunden zuhören erheblich

00:20:58: und

00:20:59: ich hoffe es geht unseren Hörerinnen und Hörern auch so.

00:21:02: aber ich glaube wir müssen leider zum Ende kommen und...

00:21:05: Alles gut!

00:21:06: Ich glaub meine Frau will auch in zehn Minuten hier den Arbeitsplatz wieder haben.

00:21:10: Ja also vielen lieben Dank auf jeden Fall.

00:21:11: Auch dass es so spontan geklappt hat und es war wirklich sehr interessant.

00:21:14: Es steckt glaube ich eine Menge drin.

00:21:16: Also vielen vielen liemen Dank für ihre Zeit.

00:21:18: Vielen Dank für das Gespräch

00:21:20: Tschüss

00:21:23: und danke fürs Zuhören auch von mir, wir freuen uns übrigens über Nachrichten und Feedback auf den sozialen Netzwerken.

00:21:28: bei LinkedIn oder Instagram sind wir.

00:21:30: Oder eine Bewertung hier in der Podcast-App Eures Vertrauens!

00:21:33: Vielen Dank und bis zur nächsten Folge.

Über diesen Podcast

evido-Podcast – Bildung entscheidet: Im Fokus stehen die entscheidenden Faktoren für gutes Lernen: von der Kita über die Schule bis zur Bildungspolitik. Verständlich, praxisnah und fundiert zeigen wir, was Bildung wirksam macht und wie sie nachhaltig verbessert werden kann.

von und mit Lena Sterz & Alex Putzier

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