evido. Bildung entscheidet

evido. Bildung entscheidet

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00:00:16: Bildung entscheidet.

00:00:16: Herzlich willkommen zur PISA-Ausgabe des Evido Podcasts!

00:00:19: Einige Wochen nach dem aktuellen Pisa-Ergebnis,

00:00:33: Puh, drei Wochen ist es tatsächlich schon her.

00:00:35: Das wäre ging wie im Flug!

00:00:36: Herzlichen Dank für die Einladung.

00:00:38: Bönes wir hier zusammen sind um darüber zu sprechen?

00:00:40: Du hast gerade schon selbst gesagt Lena... ...fünfundzwanzig Jahre ist der erste Pisa-Shock her.

00:00:45: Kannst du dich noch daran erinnern wie's dir vor fünfund zwanzig Jahren in deiner damaligen Rolle gingen?

00:00:50: Ja ich mein damals war ich noch total jung aber ich hab's im Gedächtnis wie nine eleven.

00:00:55: also ich fand das wirklich ein Schock damals und war auch jetzt wieder geschockt.

00:00:58: wie was bei dir in deinem Umfeld?

00:01:01: Ja, mein Umfeld habe ich einfach mal gefragt.

00:01:03: Ich war nämlich am Wochenende auf einem Bildungs-Event Vision at Schule in Wetzlar und hab die Gelegenheit genutzt dort mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen.

00:01:11: Und ich habe sie genau das gefragt ob die aktuellen Pisa Ergebnisse überrascht haben.

00:01:16: und wir hören einfach mal kurz rein

00:01:17: Nein

00:01:18: Leider nein Gar nicht.

00:01:19: Nein Nein Nein

00:01:22: Überhaupt gar nicht Nein.

00:01:24: Also Unisono haben alle Befragten eben mit Nein beantworteten überhaupt nicht.

00:01:30: Jetzt gab es ja in den Medien einen großen Aufschrei.

00:01:35: Die PISA-Katastrophe, so war da von zu lesen und gleichzeitig wurde oder wird hoffentlich auch eine Bildungspolitische Debatte geführt.

00:01:44: Haben Sie das Gefühl dass diese bildungspolitische Debatte jetzt so richtig in Gang gebracht wurde durch die PISA Studie?

00:01:51: Naja, ich glaube das ist jetzt wie Sie gesagt haben drei Wochen ist es her.

00:01:55: Das ist ja eigentlich noch sehr frisch.

00:01:57: Ich glaube dass werden jetzt die nächsten Wochen und Monate zeigen.

00:02:01: aber ich würde schon sehr deutlich sagen naja wir müssen jetzt eine ernsthafte Debatte führen Wie Sie gesagt haben, es gibt den einen großen Aufschrei die große mediale Welle.

00:02:12: Es gibt auch ganz viele Empörungen.

00:02:13: Es ist auch ganz viel ich sage mal weitgehend verkürzte Darstellungsformen und Begründung so nach dem Motto jetzt müssen wir diese eine oder jene Sache machen und dann wird das alles besser.

00:02:24: Und das ist auch alles gut und richtig.

00:02:26: irgendwie aber das Entscheidende aus meiner Sicht was wir jetzt die nächsten Wochen und Monate machen und so unangenehm wie Ergebnisse natürlich erstmal sind sind solche Befunde natürlich auch eine gute Gelegenheit jetzt Bildung und Bildungspolitik wirklich wieder ganz oben auf die Agenda zu setzen.

00:02:42: Und nachhaltig was zu verändern, wobei ich schon auch an der Stelle sagen würde Ich glaube nicht dass wir bei Null anfangen.

00:02:48: Ja, ich glaube Wir haben eine Reihe an guten Dingen angefangen Die sind am Laufen und sie zeigen vielleicht noch nicht die Wirkung, die wir uns erhoffen und wünschen

00:02:57: Vorwärts gleich über die Ergebnisse sprechen, die vielleicht mit einem oder anderen Sorge verknüpft sind.

00:03:03: Lassen Sie uns doch ganz kurz vielleicht auch mal über die Ergebnisse sprechen wo wir sagen Mensch sie sind doch gar nicht so schlecht.

00:03:08: gibt es dir überhaupt in der Pisa-Studie?

00:03:10: Ja natürlich gibt's dir und ich möchte also jetzt keinesfalls die negativen Kompetenzentwicklungen die wir sehen, die möchte ich nicht schönreden.

00:03:18: ja und ich möcht auch nicht sagen dass wir eigentlich keinen Grund zur Sorge haben.

00:03:22: aber natürlich gibt es auch eine Reihe an positiven befunden auch jetzt hier.

00:03:26: Wenn wir den Podcast nicht wirklich in die Länge wachsen lassen wollen, kann ich das natürlich auch nur kurz auswählen.

00:03:32: Aber ein Punkt, der uns sicherlich sehr positiv überrascht hat ist dass sehr viele Jugendliche doch berichten, dass sie hohes Interesse an Schule und auch an Naturwissenschaften haben.

00:03:44: Naturwissen bei der Fokus in der aktuellen PISA-Studie Wir nennen das die sogenannte naturwissenschaftliche Identität, also inwiefern sagen Jugendliche?

00:03:54: wir haben Spaß und Freude daran.

00:03:57: Wir glauben dass Naturwissenschaften wichtig sind um unsere gesellschaftlichen Probleme zu lösen Und da haben wir insgesamt ein positives Bild gesehen und auch deutlich besser als vor zehn Jahren.

00:04:07: So ein bisschen hatten wir die Sorge um es auch nochmal einzuordnen Dass das ganz anders aussehen würde weil vor drei Jahren im PISA- Da hatten die fünfzehnjährigen sehr eindrücklich berichtet, dass sie eigentlich wenig Bezug zur Mathematik haben.

00:04:25: Dass sie viel Langeweile erleben.

00:04:26: sogar die Ängstlichkeit war gestiegen und damals war die Interpretation naja wenn wir die Jugendlichen so im Unterricht gar nicht mehr erreichen können wie sollen die denn dann eigentlich auch lernen?

00:04:36: Und wir hatten ein bisschen das kann ich ganz offen sagen hier in Nationalen Studienzentrum die Sorge Wir würden etwas ähnliches auch für die Naturwissenschaften sehen.

00:04:45: Und da haben wir uns sehr gefreut, dass wir eben genau das nicht gesehen haben und sagen würden Nein!

00:04:50: Das ist keine Nullbock-Generation, sondern es ist eine Generation, die möchte sich auch beteiligen.

00:04:55: Das ist ja immer eine positive Nachricht.

00:04:57: aber in Zusammenhang mit den naturwissenschaftlichen Ergebnissen gab's hier auch ne Auffälligkeit negativer Weise.

00:05:04: Privilegierte und benachteiligte Schüler lagen ja in Deutschland besonders weit auseinander bei der Naturwissenschaften.

00:05:12: Wie können Sie das erklären?

00:05:14: Also zunächst mal, ja.

00:05:16: Wir sehen in Deutschland eigentlich relativ konstant hohe soziale Ungleichheiten die in der Tendenz... Ja, das ist so ein bisschen ein Grenzbefund nochmal ein bisschen stärker geworden sind.

00:05:26: Man muss aber zunächst auch fairerweise sagen, soziale Unterschiede gibt es in allen Staaten.

00:05:33: Die gibt es an allen Regionen dieser Erde.

00:05:35: Die gäb es wahrscheinlich auch auf dem Mond wenn wir auf den Mond mal Schulen bauen würden So dass das zunächst eigentlich die entscheidende Frage ist, wie groß fallen diese Unterschiede eigentlich aus?

00:05:47: Und hier sehen wir schon, dass es in Deutschland eine sehr starke Kopplung gibt zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg.

00:05:53: Das sehen wir auch schon seit vielen Jahren – und auch hier natürlich!

00:05:57: Die Gründe sind extrem vielfältig.

00:05:59: also ein Punkt ist sicherlich dass wir einfach einen Staat sind, in dem es große soziale Unterschiede gibt.

00:06:06: Das sieht man ja auch, es gibt vermehrt soziale Risikolagen, schwierige Lebenssituationen, auch vermehrtt Armut bei Jugendlichen und Kindern.

00:06:15: Und wir sind insgesamt ein sehr großes Land, was komplex strukturiert ist so das wir, man könnte schon sagen, strukturell vielleicht nicht die allerbesten Voraussetzungen für geringe soziale unterschiede haben.

00:06:28: Aber das ist natürlich auch nur die halbe Wahrheit, weil wir eben auch sehen dass viele andere Staaten, die zum Teil durchaus auch vergleichbar sind mit Deutschland, geringere soziale Unterschiede haben.

00:06:39: Sodass man Salopp jetzt sagen könnte ja da haben wir auf jeden Fall noch Luft nach oben und ja durchaus auch schon relativ klare Vorstellungen was man denn da eigentlich tun könnte.

00:06:49: Ich meine, lesen zu haben dass zum Beispiel Österreich eine ganz ähnliche soziale Gesellschaftsstruktur hat aber die schneiden in den PISA-Daten deutlich besser ab.

00:07:01: Was machen sie denn anders als wir?

00:07:03: Ja so ein bisschen ist das ja einerseits das große Potenzial was wir im PISA haben nämlich dass es fast hundert Staaten gibt wo wir hinschauen können und natürlich auch viele Staaten finden die uns relativ ähnlich sind und gleichzeitig auch das würde ich ganz offen sagen ist es halt auch immer so ein bisschen Kaffeesatzleserei.

00:07:21: Ja, also welchen Start zieht man jetzt heran?

00:07:23: Was nimmt man da als Ähnlichkeit?

00:07:24: Was nennt man da das Unterschied?

00:07:26: Aber tatsächlich ist Österreich sicherlich ein Staat der sich als Vergleich eignet und das finde ich insofern spannend, als dass es in Österreich auch viele Herausforderungen gibt.

00:07:36: Es gibt auch da große soziale Unterschiede aber schon auch noch bei Weitem nicht so groß wie in Deutschland.

00:07:43: Und dann kann man sich eben überlegen, was wird denn eigentlich in Österreich anders gemacht?

00:07:46: Und ein Punkt der sich da wirklich anbietet ist das gerade im Bereich der frühen Förderung und vor allem eben wenn es um Sprache geht – ich glaube wir sind uns ja alle einig – gute Kenntnis der Unterrichtssprache ist eigentlich der absolute Schlüssel für schulischen Erfolg und für alles weitere Lernen!

00:08:05: Da ist uns Österreich einfach ein Stück weit voraus.

00:08:09: Einheitlicher gemacht, das wird konsequenter gemacht und vor allem wird dann eben auch konsequenter gefördert.

00:08:15: Und sowas finde ich einen interessanten Ansatzpunkt wo man sagt okay wir sehen Ähnlichkeiten zu Österreich und wir sehen was die anders machen was wir eigentlich auch bei uns ja jetzt auch machen wollen.

00:08:25: Was ja auch viele Pieserspitzenstaaten anders machen ist dass es einfach ganz konsequent Formate und Ressourcen geht, dass Schulen das Lehrkräfte gemeinsam daran arbeiten darüber sprechen wie guter Unterricht aussieht.

00:08:40: Und zwar nicht abstrakt sondern konkret!

00:08:43: Gemeinsamunterricht zum Hochrechnen oder zu Physik.

00:08:48: Planen dann schauen ob das funktioniert und dann im Zweifel nachbessern.

00:08:53: Singapur Auch wenn man häufig sagt, ist kulturell vielleicht nicht das Land was man als Allererstes nimmt um sich zu vergleichen.

00:09:00: Aber da wird manchmal gesagt es sind die Lehrkräfte besessen davon Unterricht besser zu machen und ich würde mir in diesem Sinne auch in Deutschland besessene Lehrkräften wünschen

00:09:10: Ja.

00:09:10: Wenn Sie jetzt mit einigen Wochen Abstand nochmal Revue passieren lassen, worüber schon alles gesprochen wurde gibt es auch einen Punkt der öffentlichen Debatte bisher zu kurz gekommen ist?

00:09:20: Also natürlich könnte ich da jetzt eine Reihe an ganz konkreten Ergebnissen herausziehen.

00:09:24: aber ich würde schon sagen also zunächst mal hat's mich einfach... Auch wenn der Anlass jetzt nicht gute Ergebnisse waren, hat es mich doch gefreut dass das Ergebnis oder die Studie noch mal zu so einer Debatte geführt hat.

00:09:37: Dass wir wirklich gesagt haben Wir müssen uns Bildung in Deutschland einfach nochmal sehr genau anschauen.

00:09:43: Das ist dann ein Stück weit.

00:09:44: ich sag Mal auch zur Verkürzung führt oder eben auch zur Darstellung von einfachen Lösungen.

00:09:49: Man hört ja immer wieder Ich sag's mal wieder etwas spontan, dass deutsche Bildungssysteme eine Runde plattmachen und ganz neu aufsetzen.

00:09:57: Davon halte ich wirklich nicht viel.

00:10:00: Ich glaube wir müssen das System dynamisch reformieren aber nicht tabularaser machen.

00:10:06: Das machen andere Staaten auch nicht.

00:10:08: Und natürlich habe ich auch festgestellt es geht dann ganz schnell, auch schneller als ich das erwartet hätte in Schuldzuweisungen und die Frage wer hat denn eigentlich Verantwortung?

00:10:17: Und was mir da eigentlich tatsächlich zu kurz kommt, ist dass es doch eigentlich klar sein müsste.

00:10:22: Es geht ohnehin nur gemeinsam und das funktioniert auch nur dann wenn man zunächst mal sich überlegt welchen Teil der Verantwortung kann ich denn aus meiner Position mittragen?

00:10:33: Wo kann ich den Änderungen machen und weniger den Finger aufeinander zeigen?

00:10:37: aber vielleicht ist das einfach ein Stück weit Teil der Debatte die sowas abläuft.

00:10:41: Was ich super spannend fand, war ja dass auch die Schulart maßgeblich über das Kompetenz-Niveau entscheidet.

00:10:46: Das war ja auch eines der Ergebnisse.

00:10:49: also das regnierte Schuhsystem wirkt sich direkt auf die Leistungsdaten aus.

00:10:54: hier wird das Gymnasium mit dem Nichtgymnasium verglichen.

00:10:58: Wir haben eine institutionelle Trennung die im bestehenden Bildungsundleichheit noch verschärft.

00:11:02: wer ist da nicht auch ne Idee wieder in die anderen Länder reinzuschauen, wo die Kinder viel länger zusammen lernen und zusammen bleiben.

00:11:10: Das wird ja dort auch immer wieder als eine der Erfolgsfaktoren herausgestellt.

00:11:16: Müssen wir auch in diese Richtung nicht mal die Debatte antreiben?

00:11:20: Ist da nicht ein Menge Potenzial eigentlich?

00:11:22: Oh, jetzt da könnte ich noch viel länger als ich in den vorherigen Fragen geantwortet habe schon antworten.

00:11:28: Also ich würde zunächst mal sagen ja wir sehen diese großen Kompetenzunterschiede zwischen Genasien und nicht gymnasialen Schularten.

00:11:35: eine detailliertere Aufschlüsselung haben wir leider nicht in der PISA-Studie.

00:11:39: aber das ist nicht zu integrieren als ein ursächlicher Effekt des Gymnasiums allein sondern wir haben einfach einen Konklomerat an unterschiedlichen Aspekten.

00:11:48: dass eben Ja auch die vorbestehenden Leistungen und Kompetenzen sich zwischen den Schülern unterscheiden, wenn sie dann ins Gymnasium oder eben auf andere Schulen kommen.

00:11:58: Und ja völlig richtig.

00:12:00: also wenn Sie die OECD fragen, dann sagt die eigentlich langes gemeinsames Lernen ist weitgehend eine gute Sache!

00:12:09: Und da gibt es auch durchaus Hinweise, wenn man sich die internationalen Studien anschaut.

00:12:13: Dass eine frühe Differenzierung zumindest nicht dazu führt dass ich die Unterschiede auch die sozialen Unterschiede verringern.

00:12:21: aber Aber es gibt dann ganz großes Aber.

00:12:23: Und das Aber ist, wenn wir uns zum Beispiel die Ergebnisse nach Bundesländern im IQB-Bildungstrend anschauen, dann ist es nicht mehr so deutlich.

00:12:30: Dann kann man nicht mal so ganz eindeutig sagen dass die Bundesländer, die sehr früh und sehr klar differenzieren, die schlechteren sind.

00:12:37: fast eher im Gegenteil.

00:12:38: Das heißt, wenn sie mich zu einer politischen Aussage drängen würden was Sie sicherlich nicht tun wollen, dann wäre es aber, dass ich sagen würde Wir haben viele Maßnahmen Die Schulstrukturdebatte poppt regelmäßig nach jeder größeren Studie auf.

00:12:52: Ich glaube nicht, dass die uns weiterbringt einfach weil sie in der Breite gar nicht umsetzbar wäre.

00:12:59: ja also wenn wir hier über Umsetzbarkeit sprechen und ich glaube da haben wir andere Hebel zum Beispiel die Frühjahrförderung zum Beispiel das wir Schulen gezielter unterstützen und dass wir konsequenter mit Daten arbeiten die einfach wo wir mehr mit erreichen.

00:13:15: Ich würde gerne nochmal auf den Punkt Verantwortung der Eltern zurück.

00:13:19: Ja, die Verantwortung der Eltern scheint in Deutschland ja überproportional immer noch groß zu sein.

00:13:23: gleichzeitig wurde jetzt gerade der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulbereich eingeführt.

00:13:30: das ist ja eigentlich eine riesen Chance.

00:13:32: Kinder grade im Grundschulbereich sind oft bis sechzehn Uhr in der Schule.

00:13:37: Das heißt, da sind vier Stunden mehr Zeit als früher, sage ich mal noch vor zwanzig dreißig Jahren die man nutzen könnte für eine Förderung.

00:13:44: Ich sehe es jetzt bei meinem Zweit-Class.

00:13:46: leider passiert gar keine Förderungen.

00:13:48: Sehen Sie das auch eigentlich als ne große Chance als Bildungsforscher diese Ganztagsbetreuung?

00:13:54: Also der Ganztag ist eine riesen Chance weil es genauso wie sie sagen Wir gewinnen eine Ressource, die ja im Bildungssystem ausgesprochen knapp ist.

00:14:04: Nämlich das ist zusätzliche Zeit und natürlich ist es auch so dass es nicht darum geht einfach vier Stunden länger in der Schule zu sitzen sondern ist halt eben die Frage was wird denn eigentlich mit dieser zeit gemacht?

00:14:16: Ich glaube, hier müssen wir wirklich auch mittel- und langfristig denken.

00:14:19: Also den Ganztag systematisch stärken in dem Sinne als dass wir ihn nicht nur quantitativ ausbauen das wir nicht nur den Rechtsanspruch bedienen und dass er nicht nur im Betreuungsangebot ist sondern dass wir letztendlich die Zeit nutzen um zusätzliches zu machen.

00:14:33: Zusätzlich zu fördern Gemeinschaftsprojekte aber eben auch Musik Sport da kann man ja auch Sportvereine die Musikschulen mit einbinden.

00:14:42: ich glaube das ist noch ein ganz schön langer Weg.

00:14:45: Und da würde ich dann auch sagen, wenn es uns gelingt qualitativ hochwertigen Ganztag flächendeckend anzubieten.

00:14:52: Dann muss man auch ernsthaft darüber sprechen dass er denkt das er auch gebunden ist also verpflichtet.

00:14:57: Aber bis dahin ist es schon noch ein ganz schön weiter Weg.

00:14:59: Wenn Sie in unseren PISA-Bericht reinschauen, dann sehen sie auch dass wir da relativ konkret werden etwas konkreter als in vorherigen Berichten wobei man eben auch klar trennen muss.

00:15:09: Eine PISA ist eine Bestandsaufnahme sehr genau ja das ist quasi der jährliche intensive Checkup.

00:15:14: Labortcheck up beim Hausarzt sagt erst mal nicht was die Ursachen sind.

00:15:18: aber natürlich wir hatten über Ganztag gesprochen und das ist sicherlich wichtiges Puzzlestück.

00:15:25: Die frühe Förderung, ja also dass wir uns nicht in ideologischen Debatten verhaken.

00:15:30: das wenn wir schon im Kindergarten anfangen Kinder zu unterstützen die diese Unterstützung brauchen.

00:15:36: da nicht ideologisch argumentieren wir würden ihnen damit die Kindheit nehmen oder wir machen jetzt auf einmal pießer Aufgaben im Kindergartens ist überhaupt nicht gemein.

00:15:44: dann die bedarfsgerechte Ressourcenzuweisung klingt wunderschön abstrakt bedeutet aber im Endeffekt nur dass begrenzte ressourcen jedes bildungssystem hat verstärkt dorthin gehen, wo sie die größte Wirksamkeit entfalten können.

00:15:57: Über den Ganztag hatten wir gesprochen.

00:15:59: natürlich müssen wir auch über ein Lehrkräftemangel reden also müssen natürlich auch den Lehrkräfteberuf mittel und langfristig wieder attraktiv machen vor allem eben ich sage mal intellektuell attraktive dass es interessante Karrierewege gibt das es Entwicklungsmöglichkeiten gibt und natürlich auch wieder mehr Wertschätzung in der Gesellschaft.

00:16:15: aber darauf läuft letztendlich hinaus.

00:16:17: Ich bin immer sehr skeptisch wenn jemand sagt Die eine große Idee.

00:16:21: Und das brauchen wir jetzt, ja?

00:16:22: Das wird nicht funktionieren!

00:16:24: Wir brauchen einen Bündel an wirksamen Maßnahmen.

00:16:26: Wir haben ein Bündeln an Herausforderungen und es ist jetzt auch nicht so dass ich oder irgendjemand anders die Zauberkiste aufmachen kann und sagen, ah, jetzt haben wir was.

00:16:36: Es hat noch nie jemand anderes gehabt sondern es sind eigentlich die Dinge von denen wir wissen, dass sie funktionieren und die wir – das ist ja auch nochmal wichtig nach dem ersten großen Pisa-Shock zum Teil auch schon mal konsequenter am Laufen hatten.

00:16:50: Ich würde zum Schluss doch noch interessieren, Herr Greif.

00:16:53: Ob für Sie die PISA-Studie eigentlich was Emotionales ist?

00:16:58: Als ich die Ergebnisse erinnere mich noch daran als die Kollegin das erste Mal ganz grob drüber gerechnet hatte, als wir die Daten haben und gesagt haben, Samuel können wir mal bitte miteinander sprechen.

00:17:07: Ich habe Neuigkeiten und es sind keine Guten.

00:17:11: Das hat mich natürlich berührt und bewegt und mich bewegt auch die Debatte weil ich natürlich möchte dass wir diese Studien nicht haben, um sie einfach zu haben.

00:17:21: Sondern wir wollen damit ja was erreichen und zwar etwas ganz Zentrales nämlich das wir unsere Kinder-und Jugendlichen auf unsere Gesellschaft vorbereiten.

00:17:30: Ja aber wahrscheinlich müssen Sie ja noch ein zweimal durch schwierige Zahlen durch weil die Iglu-Studie ja auch noch einen Abwärtstrend zeigt.

00:17:39: von daher wäre es jetzt schon eine große Überraschung wenn wir den nächsten PISA-Studien besser ausfallen würden.

00:17:43: Ja, aber ich sage mal da gehe ich gerne durch wenn es uns letztendlich dazu bringt dass uns als Gesellschaft wirklich klar wird gute Bildung.

00:17:54: Das ist die zentrale Versicherung für alles was in fünf Jahren, in zehn und in zwanzig Jahren uns beschäftigt.

00:18:01: und denn letztendling so eine Studie wie PISA gibt einem zwar ein interessantes Bild Abbild von unseren gesellschaftlichen Prioritäten.

00:18:12: Und da ist es mir natürlich ein ganz wichtiges, persönliches Anliegen, dass Bildung da so weit oben steht wie

00:18:17: möglich.".

00:18:18: Ja und ich finde sollte auch irgendwie mal deutlich werden das wäre jetzt ein Anliege von mir Ich bin ja selbst Lehrkraft Koma aus der Praxis Dass man mal versteht oder dass man's dazu macht Das Bildung eben auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.

00:18:30: So Eine Sache die ich mir noch aufgeschrieben habe Die möchte ich sie wirklich noch gerne fragen.

00:18:38: Pisa an.

00:18:39: Pisa nehmen ja fünfzehnjährige jugendliche Teilen.

00:18:41: In Deutschland waren es sechstausend, sechshundertneinundfünfzig.

00:18:45: Ich habe mich gefragt ist das nicht ein schwieriges Alter also für so eine Umfrage?

00:18:49: weil ich erlebe ja die Fünfzehnjährigen in der Schule.

00:18:51: Die haben manchmal kein Bock und da müssen sie bestimmte Fragen beantworten.

00:18:55: Oft ist die Motivation sehr stark geprägt durch ihre Tagesform.

00:19:00: Das ist die eine Frage.

00:19:01: und die andere Frage Wenn dann zum Beispiel so ein Ergebnis herauskommt, dass die Bildungserwartungen der Eltern sich stark unterscheiden.

00:19:08: Verstehe ich das so?

00:19:09: Dass sozusagen die Kinder die Bildungserwartungen ihrer Eltern eingeschätzt haben bei der Befragung aber die Eltern ja selbst gar nicht gefragt wurden.

00:19:16: Da gibt es ja auch vielleicht eine sehr große Variable.

00:19:19: Denken Sie, dass PISA-Studie selbst als Studie vielleicht auch überarbeitet werden müsste?

00:19:25: Also ich habe einen Sohn, der ist zwei Jahre vor den fünfzehnjährigen.

00:19:31: Ich weiß nicht ob das Alter so viel besser wäre ... so einem Testung gehen will, aber sie sagen natürlich ein paar ganz wichtige Punkte.

00:19:40: Also zunächst mal möchte ich sagen, so einen PISA-Berichtsband der ist erstmal natürlich auch eine selektive Auswahl von den sehr umfangreichen Informationen.

00:19:48: und gerade wenn es zum Beispiel Umfragen der Motivation und auch der Bildungsaspiration geht dann ist das ganz wichtig da auch nochmal in einem breiteren Bild drauf zu schauen.

00:19:58: deswegen würde ich wirklich im Bezug auf verkürzte Interpretation wie ich Sie zum Teil auch gelesen habe vor Warnen.

00:20:06: Aber was man natürlich schon sehen muss, ist dass die gleichen Bedingungen weitgehend, die gleichen Erhebungsbedingungen in allen fast hundert Staaten stattfinden und man dann natürlich auch schon die Frage stellen kann wie entstehen eigentlich die Unterschiede wenn man die gleichen fünfzehnjährigen nicht nur in Deutschland sondern eben auch in Österreich Singapur Kanada den USA usw.

00:20:26: befragt?

00:20:27: Ja vielen Dank Herr Greif das Sie sich die Zeit genommen haben heute mit uns zu sprechen Ja, persönlich und detailliert nochmal unsere Fragen beantwortet haben.

00:20:35: Danke schön!

00:20:36: Herzlichen Dank!

00:20:37: Sehr gerne, vielen Dank!

00:20:38: Wenn euch diese Folge gefallen hat dann würde ich euch empfehlen unseren Podcast zu abonnieren.

00:20:44: ihr könnt uns natürlich auch gerne schreiben über LinkedIn oder Insta.

00:20:47: da sind wir vertreten und wir freuen uns über euer Feedback.

00:20:51: Ja und hinterlasst uns auch gerne eine Bewertung auf der Podcastplattform eures Vertrauens damit andere uns leichter finden können.

00:20:58: danke fürs Zuhören bis zum nächsten Mal tschüss.

00:21:02: Der Evido Podcast ist eine Produktion des Evido Magazins.

00:21:05: Herausgeberin ist die Akademie für innovative Bildung und Management in Heiberon, die Hostswaren Alex Pozir und Lena Sterz, Schnitt Lena Stertz, Redaktion Gillette Goodman.

Über diesen Podcast

evido-Podcast – Bildung entscheidet: Im Fokus stehen die entscheidenden Faktoren für gutes Lernen: von der Kita über die Schule bis zur Bildungspolitik. Verständlich, praxisnah und fundiert zeigen wir, was Bildung wirksam macht und wie sie nachhaltig verbessert werden kann.

von und mit Lena Sterz & Alex Putzier

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